ERREICHBARKEIT - ENTSCHLEUNIGUNG



Wer kennt bzw. kannte es? Man hört ein Bing oder klingeln und man sprintet zum klingelnden elektronischen Device. Das Kortisol schießt in die Höhe und man muss schon fast „zwanghaft“ wissen, wer gerade angerufen hat oder was von einem gebraucht werden könnte. Auch wenn man selbst gerade beschäftigt. Wenn man es bei einem Anruf schafft, kommt der Satz: „Ich kann gerade nicht, und ich melde mich gleich bei dir.“ Teilweise kommt es sogar vor, dass man zurückruft und die gerade genannten Worte von sich gibt. Diesen Satz kenne ich auch von mir selbst. Wie paradox, denn man würde sowieso später zurückrufen auch ohne der anderen Person dies mitzuteilen.

Woher kommt es, dass wir diesen Drang nach dauernden Erreichbarkeit verspüren? Ist es das wir von uns selbst das Bild von Gewissenhaftigkeit aufrechterhalten wollen. Liegt es an den derzeitigen sozialen Normen, immer erreichbar sein zu müssen. Besser gesagt sofort zu antworten. Oder hat es andere Gründe? Ich würde sagen, es ist eine Mischung aus ganz vielen verschiedenen Teilen. Aus der Forschung wissen wir, dass wir z. B. bei der Überprüfung bei einer Benachrichtigung von Textnachrichten oder beim Checken der Kanäle unserer sozialen Medien Dopamin ausgeschüttet wird. Das dopaminerge mesolimbische System ist das Zentrum für Belohnungen und auch mitverantwortlich für Süchte.


Ich habe mich dazu entschlossen, die letzten zwei Wochen für ein Training zur Entschleunigung der Erreichbarkeit zu nutzten. Was heißt das?

  • Ich habe Telefonate nur dann entgegengenommen, wenn ich mit vollem Bewusstsein Zeit zum Telefonieren hatte. Also nicht zwischen Tür und Angel oder wenn ich gerade mit anderen Dingen beschäftigt war.


  • Als zusätzliche Erleichterung habe ich alle Benachrichtigungen auf lautlos gestellt bzw. auf den sozialen Medien gänzlich ausgestellt.

Klingt zwar ganz einfach, aber beim Telefonat war und ist es gar nicht, wie ich zugeben darf. Ansonsten kann ich nach dieser kurzen Zeit sagen, dass sich schon ein Gefühl der Entspannung eingetreten ist. Probiert es aus!

Liebe Grüße

Anna


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AE-Arbeitspsychologie     .   Anna Eiter, MSc   .   Tirol  

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