K O N T R O L L V E R L U S T

Aktualisiert: Apr 1


Letzte Woche am Donnerstag den 12.03.2020 habe ich mich mit ein paar Kollege*innen im Pitztal getroffen um die derzeitige Situation in Zeiten des CoVid-19 zu besprechen. Während dieses Treffens kam die Nachricht, dass alle Seilbahnen und Übernachtungsbetriebe mit Sonntag bzw. Montag gewerblich geschlossen werden. Dann, wie wir alle wissen ging es Schlag auf Schlag und ganz Tirol ist mittlerweile in Quarantäne. Firmen haben entweder geschlossen oder Betriebsurlaub, die Anmeldungen beim AMS stiegen oder es wurde die neue Kurzarbeit beantragt. Das Leben wie wir es noch vor knapp 10 Tagen gekannt haben, ist derzeit auf Eis gelegt und wir können nichts dagegen tun außer zu Hause zu bleiben, um die Ansteckungen zu reduzieren.


Ich kann mich an meine Gefühle von diesem Donnerstag, als wir die Nachricht bekommen haben noch recht gut erinnern. In meinem Bauch breitete sich etwas Kaltes aus und mein Herzschlag beschleunigte sich. Eine typische körperliche Reaktion auf eine ungewisse Situation. Gedanken, wie es jetzt weitergeht und was man jetzt machen kann, um die „Gefahr“ abzuwenden schossen mir durch den Sinn. Die Überlegungen an die Existenz erst ein wenig später. Diese Situation kann man sehr gut als Kontrollverlust beschreiben. Denn man ist als Unternehmer*in nicht mehr Handlungsfähig, sondern nur mehr Schadensbegrenzer*in. Zu diesem Zeitpunkt konnte man sich wohl noch frei bewegen jedoch nicht mehr frei entscheiden.


In diesen Situationen ist es für unsere Psyche ganz wichtig, wieder ein Gefühl der Kontrolle zu gewinnen. Denn der Kontrollverlust ist eine sehr stressige Situation für den ganzen Organismus. Eine gute Eigenschaft von Menschen ist, dass wir uns recht schnell an neue Situationen anpassen und mithilfe von unterschiedlichen Strategien wieder eine gewisse Kontrolle über unseren Tagesverlauf bekommen können. Hier ein paar Tipps wie Ihr das Gefühl von Kontrolle über Euren Alltag in Quarantäne zurückbekommen und verstärken könnt:


  • Macht einen Tagesplan ähnlich eines Stundenplanes. Steht am besten morgens so wie immer auf und zieht euch an. Ein Tag im Pyjama mag verlockend klingen, jedoch nicht zwei Wochen lang. Plant Arbeits- und Ruhezeiten ein. Dies erleichtert denn Alltag ungemein, besonders wenn sich mehrere Personen bzw. Kinder im Haus befinden.

  • Macht diesen Plan möglichst genau. Eben dieses geplante Handeln beugt Kontrollverlust und Hilflosigkeit vor. Wir fühlen uns wohler, wenn wir Herr der Lage sind, auch wenn die Zeiten so unsicher sind wie derzeit.

  • Soziale Distanz heißt nicht, dass man keine Kontakte mehr haben kann. Wir leben in einer digitalen Welt, nutzt sie. Skype, Facetime, Whatsapp Videochats und wie sie alle heißen mögen. Wir haben Zeit, nutzt sie um einen Plausch mit Freunden und Familien abzuhalten.


Bleibt gesund und liebe Grüße


Anna

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AE-Arbeitspsychologie     .   Anna Eiter, MSc   .   Tirol  

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